Aktuelles

Im Auto herscht schnell tödliche Hitze

26.05.2017 Bei Hitze sollte man weder das Kind noch den Hund auch nur für wenige Minuten allein im Auto lassen - schon eine viertel Stunde in einem geschlossenen Wagen unter praller Sonne ist lebensgefährlich.

Im Auto herrscht schnell tödliche Hitze

Das Baby schläft friedlich im Kindersitz - da ist die Versuchung zumindest für einige Eltern groß, es kurz im Wagen einzuschließen und schnell im Supermarkt einzukaufen. Auf diese Weise sterben in den USA jährlich etwa 40 Kinder. Denn wird der Wagen mit dem Kind in praller Sonne abgestellt, kann es schon nach wenigen Minuten zu spät sein. Dokumentiert sind Tragödien, in denen Kinder bereits nach 15 Minuten in einem heißen Wagen tot waren.

Wie schnell sich tödliche Hitze im Inneren eines Wagens bildet, wurde in einer Temperaturtabelle zusammengefasst und mit Werten für meteorologische Hitzewarnungen kombiniert.

Die beteiligten Forscher versuchten mit einem etablierten mathematischen Modell zu berechnen, wie der Körper eines Kindes mit dem Temperaturanstieg fertig wird. In das Modell floss die Energieproduktion durch den Stoffwechsel mit ein, die absorbierte Hitzestrahlung durch den Körper sowie die Kühlung durch Verdunstung und Atmung. Sie nahmen eine Außentemperatur von 33 Grad an, bei der sich das Innere des Wagens auf über 60 Grad erhitzt.

Das Ergebnis: Schon nach kurzer Zeit kapitulieren laut Modellrechnung sämtliche Regulationsmechanismen. So nimmt der Köper im erhitzten Auto dreimal so viel Energie auf wie der eines Kindes, das bei 33 Grad draußen in der prallen Sonne steht. Durch Transpiration und Atmung kann aber gerade ein Viertel der zugeführten Energie wieder abgeführt werden - ein Grund dafür ist auch die fehlende Luftbewegung im Wagen.

Die Hyperthermie-Gefahr ist dabei für Kinder noch deutlich größer als für Erwachsene. Erklärt wird dies damit, dass kleine Kinder eine relativ geringe Oberfläche im Vergleich zum Körpervolumen haben - die Verdunstung kühlt daher schlechter, auch ist die Wärmeabsorption höher.

Die kritischen Zeitlimits, wie sie in der Tabelle markiert sind und auf Hitzewarnungen für Erwachsenen im Freien beruhen, sollten für Kinder folglich noch konservativer angewandt werden. Bei 35 Grad Außentemperatur wird daher für Kinder unter ungünstigen Bedingungen tatsächlich schon nach 15 Minuten ein lebensgefährliches Innenklima erreicht.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/panorama/?sid=610937