Alarmierung der Löschzüge

Am Anfang eines jeden Einsatzes der Feuerwehr steht die Alarmierung. Besonders bei freiwilligen Feuerwehren stellt diese Alarmierung ein nicht zu unterschätzendes Problem dar, da die Mitglieder nicht zentral erreichbar sind, sondern sich in der Regel an Orten wie dem Arbeitsplatz, der Schule, zu Hause oder unterwegs befinden.

Im Jahr 1993 begann in Castrop-Rauxel das Zeitalter der „stillen Alarmierung“. Die ersten analogen Funkmeldeempfänger (FME) - umgangssprachlich „Piepser“ - wurden beschafft. In Deutschland laufen Funkmeldeempfänger auf so genannten BOS-Frequenzen, die ausschließlich für Einsatzkräfte vergeben werden. Zunächst wurden die Führungskräfte mit Funkmeldeempfängern ausgestattet, nach und nach alle Feuerwehrangehörigen. Der Melderauslösung folgte ein Funkspruch mit Einsatzinformationen.

Wie in allen technischen Dingen, machte der Fortschritt auch vor der Meldertechnik nicht halt. Wurden die ersten Melder noch über Tonfolgen, die über Funk verschickt wurden, ausgelöst, erfolgt die Alarmierung seit 1998 digital. Entscheidende Vorteile dieser Technik sind die höhere Empfangsbereitschaft, die Entlastung des Sprechfunknetzes sowie die hohe Anzahl an Rufkreisen. Bei den „alten“ Funkmeldeempfängern war nur ein Rufkreis möglich. Heute, mit den digitalen Meldern, sind mehrere Rufkreise programmierbar. So ist eine differenzierte, den Anforderungen des Einsatzes entsprechende Alarmierung der Einsatzkräfte möglich. Digitale Funkmeldeempfänger geben einen akustischen Alarm und zeigen eine Textmeldung auf dem Display an. Hier lassen sich u.a. das Einsatzstichwort, der Einsatzort und Zusatzinformationen ablesen.

Mobiltelefone werden für Feuerwehren nicht, oder nur für eine optionale Sekundäralarmierung eingesetzt. Im Ernstfall, z.B. bei einem Katastrophenfall oder einem Terroranschlag, würde ein Mobiltelefon aller Erfahrung nach nicht funktionieren, da das Mobilfunknetz durch die erhöhte Gesprächsaktivität komplett überlastet wäre. Aber auch bei Stromausfällen der Sendemasten oder beispielsweise in der Silvesternacht sind die Handynetze meist überlastet. Die parallele Alarmierung per SMS nimmt trotzdem mehr und mehr zu, da sie wesentlich kostengünstiger ist als ein Funkmeldeempfänger und heutzutage kaum jemand kein Mobiltelefon besitzt und ständig bei sich trägt. Die Alarmierung per Handy verzögert sich erfahrungsgemäß im Vergleich zum Funkmeldeempfänger.

Nach Alarmierung begeben sich die Einsatzkräfte so schnell wie möglich zum Feuerwehrgerätehaus. Bei der Anfahrt mit dem privaten PKW wissen andere Verkehrsteilnehmer meist nicht, dass es sich um eine Einsatzfahrt handelt, obwohl Sonderrechte im Straßenverkehr in Anspruch genommen werden dürfen (Geschwindigkeitsübertretungen, Überfahren roter Ampeln, Parken in Parkverboten, usw.).

Nach dem Anziehen der für den Einsatz notwendigen persönlichen Schutzausrüstung folgen das Besetzen der Feuerwehrfahrzeuge und die Fahrt zum Einsatzort. Von der Alarmierung über Funkmeldeempfänger bis zum Ausrücken des ersten Einsatzfahrzeuges eines Löschzuges dauert es in der Regel nur wenige Minuten.