Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung

Um bei gefährlichen Arbeiten und Tätigkeiten optimal gegen mögliche Gefahren geschützt zu sein und Verletzungen zu vermeiden oder zu minimieren, besitzt jede Einsatzkraft seine eigene persönliche Schutzausrüstung (PSA). Diese kann je nach Gefahrenlage durch weiteres Equipment ergänzt werden. Aufbau und Ausstattung bleiben den einzelnen Herstellern überlassen. Die Schutzwirkung der einzelnen Teile muss jedoch der EU-Norm entsprechen. Nicht genormt ist dabei die Farbe, wie fälschlicherweise oft angenommen wird.
In jedem Einsatz trägt ein Feuerwehrangehöriger einen sogenannten "Grundschutz". Dazu gehört:

  • Feuerwehrschutzanzug
  • Feuerwehrhelm mit Nackenschutz
  • Feuerwehrschutzhandschuhe
  • Feuerwehrschutzschuhwerk

 

Feuerwehrschutzanzug

Der Schutzanzug besteht aus Schutzhose und Schutzjacke und ist aus einem feuerhemmenden Material (z.B. Nomex) gefertigt. Er soll Schutz vor Hitzestrahlung und Flammeinwirkung bieten. Mehrere Reflektionsstreifen und fluoreszierenden Streifen machen Einsatzkräfte auch bei Dunkelheit gut sichtbar.

Bei technischen Hilfeleistungen wird ein leichter Schutzanzug getragen. Die „Arbeitsjacke“ ist leicht und dünn. Sie bedeckt, ähnlich wie bei einer Sommerjacke, den Bereich unterhalb des Halses und oberhalb der Hüfte. Die „Arbeitshose“ bietet ebenfalls eine angenehme Bewegungsfreiheit und wird über den Stiefeln getragen, um zu vermeiden, dass Gegenstände in diese eindringen.

Bei Brandeinsätzen wird anstelle der Arbeitsjacke eine „Überjacke“ und über der Arbeitshose eine „Überhose“ angezogen. Die Überjacke ist wesentlich dicker und bedeckt den Bereich unterhalb des Kopfes bis oberhalb der Knie. Die Überhose erhöht den Schutz der Beine und minimiert durch verstärkte Kniepolster Verletzungen bei Einsätzen, bei denen sich die Einsatzkräfte über den Boden kriechend fortbewegen (z.B. beim Innenangriff). Die unter umluftunabhängigen Atemschutz vorgehenden Trupps rüsten sich außerdem noch mit Flammschutzhauben und einem Feuerwehr-Haltegurt mit Haken und Beil aus.

Bei extremen Temperaturen wird zusätzlich ein Hitzeschutzanzug getragen. Bei dem Vorhandensein von ABC-Stoffen wird je nach Gefahrlage ein spezieller Schutzanzug getragen. Den höchsten Schutz vor solchen Stoffen bieten Vollschutzanzüge (Chemieschutzanzug).

 

Feuerwehrhelm mit Nackenschutz

Der Feuerwehrhelm schützt den Kopf gegen herabstürzende Gegenstände und umherfliegende Teile. Er besteht aus Aluminium, Duroplast, Thermoplast, Kevlar (AFK) oder GFK. Er ist mit einem Nackenschutz versehen. Zusätzlich ist ein Visier zum Schutz vor Splittern oder gegen Wärmestrahlung montiert. Die meisten Feuerwehrhelme sind phosphoreszierend (nachleuchtend) und mit reflektierenden Streifen versehen. Darüber hinaus werden noch zusätzliche Einheits- und Funktionsabzeichen aufgeklebt, die z. B. Führungsdienstgrad oder Atemschutzgeräteträger kennzeichnen. Am Helm kann noch zusätzlich eine Helmlampe befestigt werden, um die Hände zum Arbeiten frei zu haben. Auch für Funkgeräte gibt es Garnituren, die am Helm montiert werden können. Darüber hinaus ist jeder Atemschutzgeräteträger mit einer Flammschutzhaube ausgestattet. Durch diese eng anliegende Kopfhaube sollen Verbrühungen und Verbrennungen an Kopf und Hals vermieden werden.

 

Feuerwehrschutzschuhwerk

Das Feuerwehrschutzschuhwerk besteht aus Schlupf- oder Schnürstiefeln. Letztere werden durch integrierte, feuerfeste Schuhbänder individuell optimal an den Träger angepasst und dann immer nur mit einem Reißverschluss geschlossen. Alle Stiefel sind mindestens mit besonders starkem Profil, Stahlkappe und einer ölresistenten, durchtritt- und rutschsicheren Sohle versehen. Sie schützen die Feuerwehrmänner vor Brandeinwirkung, Ausrutschen, Umknicken, Nässe und herabstürzenden Teilen. Neben Stiefeln, die nur die Grundanforderungen erfüllen, statten viele Hersteller ihre teureren Stiefel mit Extras aus wie Kevlar-Schnittschutz (begrenzter Schnittschutz gegen Motorsägen), Gore-Tex- oder Sympatex-Membranen (wasserdicht, atmungsaktiv, Chemikalienschutz), etc. pp.

 

Feuerwehrschutzhandschuhwerk

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Feuerwehrschutzhandschuhwerk, Brandbekämpfungs- und Lederhandschuhe. Beide Handschuhsorten weisen Vor- und Nachteile sowohl während des Übungsdienstes, als auch bei Einsätzen verschiedener Art auf.

Handschuhe aus feuerfestem Material sind in ihrem Sitz wesentlich komfortabler, da es sie in vielerlei Größen und mit festen Verschlussbändern gibt. Des Weiteren schützen sie sehr gut vor extremen Temperaturen, was sie auch im Winter sehr attraktiv macht. Ein großer Nachteil dieser Handschuhe ist die Tatsache, dass sie relativ leicht verschleißen und nur schwer zu trocknen sind. Vor allem im Brandeinsatz kann ein nasser Handschuh fatale Folgen haben, da es hier zu starken Verbrühungen der Hände kommen kann. Ebenfalls zum Nachteil gereicht den Feuerwehrmännern die Dicke der feuerfesten Handschuhe beim Arbeiten mit technischem Gerät, da die Handschuhe recht klobig sind.

Lederhandschuhe zeichnen sich vor allem durch ihren geringen Preis und ihre hohe Verschleißfestigkeit aus. Außerdem lassen sich vor allem Armaturen und Ähnliches durch Lederhandschuhe, aufgrund ihrer geringen Dicke, wesentlich leichter bedienen. Zum Leidwesen vieler Feuerwehrmänner gibt es Lederhandschuhe jedoch nur in wenigen Größen, weshalb sie oftmals nicht optimal passen. Auch bieten sie keinerlei Schutz vor Wärme oder Kälte, weswegen sie nicht zur direkten Brandbekämpfung getragen werden sollten.

 

Besondere Schutzausrüstung

Bei bestimmten Einsätzen reicht die normale Schutzkleidung nicht aus. In diesem Fall muss besondere Schutzausrüstung getragen werden.

Der Chemikalienschutzanzug (CSA) wird bei Gefahrguteinsätzen eingesetzt. Dieser Anzug besteht aus besonders chemikalienbeständigem Material. Die Einsatzkraft ist komplett durch diesen Anzug geschützt und daher zusätzlich mit einem Atemschutzgerät ausgerüstet und somit vor dem Gefahrstoff geschützt.

Der Hitzeschutzanzug besteht aus einem mehrlagigen, isolierenden Innenanzug und einer Metallbeschichtung auf der Außenseite. Dieser Anzug schützt die Einsatzkräfte bei Bränden vor enormer Hitze.

Bei Hochwassereinsätzen kommen Wathosen zum Einsatz. Die Hosen bestehen aus wasserundurchdringlichem Material und reichen hoch bis zur Hüfte oder Brust. Die Gummistiefel sind fest mit der Hose verbunden.

Bei Arbeiten mit der Kettensäge wird immer eine Schnittschutzhose und/oder -jacke, ein Waldarbeiterhelm und Gehörschutz getragen. Kommt man versehentlich mit der Säge an eine Stelle der Schnittschutzkleidung, wird die Oberfläche des Schnittschutzes aufgetrennt und die Fäden im Inneren werden in die Kettensäge gerissen, wodurch der Antrieb blockiert wird und die Säge zum Stillstand kommt.

Die Rettungsweste wird bei Einsätzen an und auf Gewässern verwendet. Sie schützt unsere Einsatzkräfte vor dem Ertrinken.

 

Funktionswesten

Funktionswesten dienen bei Einsätzen der Orientierung und Information, wer für welche Bereiche an der Einsatzstelle zuständig ist:

  • gelbe Weste - Einsatzleiter: Der Einsatzleiter (auch BvE - Beamter vom Einsatzführungsdienst) ist zuständig für die Einsatzleitung im gesamten Stadtgebiet, auch wenn zur Verstärkung der beruflichen Feuerwehrkräfte die Freiwillige Feuerwehr hinzugezogen wird.
  • weiße Weste - Einsatzabschnittsleiter: Der Einsatzabschnittsleiter ist für bestimmte Abschnitte bei einem Einsatz zuständig. Er wird vor allem bei größeren Einsätzen eingesetzt.
  • rote Weste - Zugführer: Bei Einsätzen mit mehreren Löschzügen trägt jeder Zugführer eines Löschzuges eine rote Funktionsweste.
  • schwarz-weiße Weste - Atemschutzüberwachung: Die Aufgabe der Atemschutzüberwachung ist die Registrierung und zeitliche Kontrolle von eingesetzten Atemschutzgeräteträgern.
  • grüne Weste - Pressesprecher: Der Pressesprecher ist Ansprechpartner für Journalisten und übernimmt den Kontakt zur Presse und zu anderen Medien.

Funktionswesten